Frauengemeinschaft

 
 Frauengemeinschaft Heilig-Geist löst sich nach 104 Jahren auf
- 28.07.2021 - 
 
 
Quelle:  Michelle Guentert
Haben die Kfd über Jahrzehnte am Leben erhalten (von links): Pfarrer Klaus Fietz, Sigrid Rebholz, Anita Oeschger, Eva-Maria Baumgartner, Ingrid Baumgartner und Irmgard Dürdoth Foto: Michelle Güntert
 
In einem einstimmigen Votum hat die katholische Frauengemeinschaft (kfd) Heilig-Geist Laufenburg nach 104 Jahren Bestehen bei ihrer letzten Hauptversammlung im Pfarrheim in Laufenburg ihre Auflösung beschlossen. Gründe für diesen schweren Schritt seien das fortgeschrittene Alter der Mitglieder, der fehlende Nachwuchs und die nicht gelungene Neubesetzung der Vorstandsämter. "Ich bedauere das Aus der Kfd Laufenburg sehr", meinte Eva-Maria Baumgartner, die 30 Jahre lang den Vorsitz innehatte. . Sie stehe aber hinter dieser Entscheidung und "ich bin sehr froh, dass sie von allen anwesenden Mitgliedern mitgetragen wird". Man habe diese schwere Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, sich aber letztendlich aus besagten Gründen für die Auflösung der Gemeinschaft entschieden, die im Jahre 1917 als "Mütterverein" gegründet worden war.
 
Bevor es zu diesem entscheidenden Schritt kam, wurde ein letzter Gedenkgottesdienst in der Heilig-Geist Kirche abgehalten. Pfarrer Klaus Fietz, der ihn leitete, freute sich, dass das 100-jährige Bestehen 2017 noch in einem feierlichen Rahmen stattfinden konnte und dankte den Frauen für ihr langjähriges Engagement. Heinz Lüthy, der den Pfarrgemeinderat und das Gemeindeteam Heilig-Geist vertrat, richtete zudem einige Dankesworte an die Mitglieder der Kfd und wünschte sich, dass einige von ihnen sich weiterhin innerhalb der Pfarrgemeinde Heilig Geist einsetzen werden. Im Anschluss ging man über zur letzten offiziellen Versammlung, die die Auflösung zum Ziel hatte.
 
Da die letzte Zusammenkunft aus verschiedenen Gründen im Jahr 2017 stattfand, blickte man auf die vergangenen vier Jahre und die schönsten Momente in dieser Zeit zurück. In den letzten Jahren habe vor allem wegen der Pandemie "der Kontakt untereinander einfach gefehlt", so Baumgartner. Schweren Herzens ging man dann dazu über, über die Auflösung der Gemeinschaft abzustimmen. Nachdem sie beschlossen war, überreichte Pfarrer Klaus Fietz den sich über Jahrzehnte im Amt befindenden Vorstandsmitgliedern einen Blumenstrauß.
 
Das Restvermögen der Kfd, das sich im dreistelligen Bereich befindet, gehe gemäß der Satzung an Frauen in Not in Bethlehem. "Eine 104-jährige Ära geht hier und heute zu Ende", fasste Klaus Fietz die Ereignisse des Abends zusammen. "Das Engagement der Frauen über all die Jahre steht jedoch im Vordergrund und wird in wertschätzender Erinnerung bleiben", betonte er.
 
Die katholische Frauengemeinschaft (kfd) Heilig-Geist Laufenburg wurde 1917 als "Mütterverein" gegründet. Nach 104 Jahren wurde aus Altersgründen und fehlender Dynamik im Vorstand die Auflösung beschlossen. Eva-Maria Baumgartner war bis zuletzt und insgesamt 30 Jahre Vorsitzende des Vereins.
 
100 Jahre Frauengemeinschaft Heilig Geist: Spiegel der Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft
 
Link zu einem Bericht im SÜDKURIER 

Die Frauengemeinschaft spielt seit eh und je eine bedeutende Rolle in der Pfarrgemeinde Heilig Geist. Fotos: Peter Meister
Hundert Jahre katholische Frauengemeinschaft (kfd) Heilig Geist Laufenburg, die dieses Jahr gefeiert werden können, spiegeln die Rolle der Frau in der Kirche und der Gesellschaft wieder. Aus dem Mütterverein aus den Gründerjahren wurde nach dem Krieg die Frauengemeinschaft, die sich Frauen jeden Standes und Alters öffnete. Eines ist in den hundert Jahren geblieben: Die kfd Laufenburg ist eine aktive Gruppierung der Pfarrgemeinde Heilig Geist und damit auch der Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck. Kirchliche Aktivitäten sind auch heute feste Bestandteile des Jahresablaufs, ebenso finden weltliche Themen immer wieder Eingang in das Jahresprogramm. 

100 Jahre sind im Vergleich zum Bestehen unserer Kirche zwar eine verhältnismäßig bescheidene Zeitspanne, die aber nur ganz wenige erreichen, schreibt Präses Klaus Fietz in seinem Jubiläums-Grußwort. Immerhin jedoch bis zu fünf Generationen. Und genau fünf Vorsitzende standen an der Spitze der Gemeinschaft, was für die Kontinuität und den Zusammenhalt spricht: Luise Haas (1917-1946), Frieda Schäfer (1946-1955), Paula Wehrle (1956-1972), Klara Mutter (1972-1991) und Eva-Maria Baumgartner (1991 bis heute). 

Im Mai 1917, mitten im ersten Weltkrieg, hatten 34 Frauen unter ihrem damaligen Pfarrer Felix Sälzler den Mütterverein gegründet. Zu ihrer besten Zeit unter Präses Josef Batsching waren es 200 Mitglieder, nachdem Rhina 1954 zur Pfarrei Laufenburg gekommen war. 1991, dem Beginn der Amtszeit von Eva-Maria Baumgartner, gehörten noch 145 Frauen zur Frauengemeinschaft. Heute hat sich die Zahl auf 41 reduziert, die sich auch teils bereits in hohem Alter befinden. Eine Entwicklung, die an vielen Gruppierungen nicht vorbei geht. Dennoch handelt es sich um eine lebendige und starke Gemeinschaft, die gewillt ist mit Mut die neuen Herausforderungen der Zeit anzunehmen, wie sich bei vielen Gelegenheiten in der Pfarrgemeinde zeigt.

Stets eine unverzichtbare Rolle im Gemeindeleben gespielt

100 Jahre Frauengemeinschaft dokumentiert auch den tiefgreifenden Wandel im Rollenverständnis von Frauen. Ein Blick in die Chronik zeigt, dass sich die Engagierten in der Frauengemeinschaft immer wieder den Entwicklungen im Land und in der Kirche angepasst haben, und stets eine unverzichtbare Rolle im Gemeindeleben spielten. 

 
Die Vorsitzende Eva-Maria Baumgartner mit ihrem Vorstandsteam Irmgard Dürdoth, Anita Oeschger, Ingrid Baumgartner (von links) mit einem strahlenden Pfarrer Fietz.
Die aktuelle Vorsitzende Eva-Maria Baumgartner weist im Gespräch auch darauf hin, dass für die Frauengemeinschaft Gebet und Feiern zueinander gehörten, egal wie  die wirtschaftliche Situation war. Ihr ist es wichtig darauf zu verweisen, dass die Frauengeneration nach dem 2. Weltkrieg „unsere Vorbilder“ waren, weil sie   nach dem 2. Vatikanischen Konzil den Neubeginn in den Gemeinden forcierten. Sie waren auch bereit, sich in den Pfarrgemeinderat wählen zu lassen, um die Geschicke entscheidend mitzubestimmen und gleichzeitig wertvolle Bindeglieder zu den Pfarrangehörigen zu werden. 

Große Verdienste hat sich die Bastelgruppe, heute unter Leitung von Irmgard Dürdoth,  mit ihrem Beitrag zu den Basaren erworben, deren Erlös zur Finanzierung des Pfarrheims beträgt. Auch der Tafelladen in Bad Säckingen erfährt so Unterstützung.  Die Dienstagsfrauen treffen sich  zu geselligen Nachmittagen. Engagiert sind die Mitglieder ebenso in der Seniorenarbeit, beim Mittagstisch, dem Besuchsdienst und anderen sozialen Diensten.
Text und Bild: Peter Meister

Das Vorstandsteam: Eva-Maria Baumgartner (Vorsitzende), Irmgard Dürdoth (stellv. Vorsitzende), Ingrid Baumgartner (Kassiererin), Anita Oeschger (Schriftführerin), Sigrid Rebholz (Beisitzerin).


Frauen der kfd Heilig Geist feierten ein Fest
 
 
Quelle:  SUeDKURIER
Zu den Gratulanten gehörte auch die Frauengemeinschaft Hochsal.
Am Wochenende vom 1. und 2. Juli konnten wir Frauen der kfd Geburtstag feiern. Vor 100 Jahren gründeten 34 Frauen unter dem damaligen Pfarrer Felix Sälzler den Mütterverein, wie wir damals noch hießen. In schwieriger Zeit, im 3. Kriegsjahr, taten sich die Frauen zusammen um gemeinsam Not zu lindern. Dies taten sie immer auch mit der Kraft aus dem Gebet. Bewegte Jahre folgten. Frauen prägten das Gemeindeleben mit und brachten sich ein. Man betraute sie mit caritativen Aufgaben und später traute man ihnen auch zu, als Frauen im Pfarrgemeinderat wichtige Aufgaben zu übernehmen. Frauen waren und sind eine wichtige Stütze innerhalb einer Gemeinde.
Beim Festgottesdienst galt es „Dank zu sagen“ für viele Jahre im Dienste an den Menschen, für die Begleitung unseres Gottes auf unseren Wegen, für die verschiedenen Begabungen, die er uns dafür mitgegeben hat. Pfarrer Fietz feierte mit uns einen wunderschönen Festgottesdienst mit dem Thema: „Behütet von dem, der das Leben ist. “Die Weißen Wölfe“ aus Unteralpfen haben diesen Anlaß musikalisch sehr ansprechend begleitet. Mit den Gottesdienstbesuchern ließen wir den Abend bei einem kleinen Apero ausklingen.
Am Sonntag luden wir zum Fest ins Pfarrheim ein. Hier gaben das Musikerduo Johanna Pfister und Peter Fräßle unserem Fest einen sehr schönen Rahmen mit ihrer Kaffeehaus-Musik, die eine angenehme und entspannte Atmosphäre schuf. Wir hatten ein Frühstücksbuffet aufgebaut, an dem sich jeder bedienen konnte. Werner Oeschger führte anhand verschiedener Bilder und anderer Zeitdokumente in die vergangenen Tage der kfd ein. Unsere Gäste verfolgten aufmerksam, was er vor unseren Augen ausbreitete.
Wir danken unseren Gästen beim Gottesdienst und beim Fest im Pfarrheim für das Mitfeiern und das Wohlwollen, das vielfach ausgedrückt wurde.
Herzlichen Dank für alle Geschenke und Grußworte, die uns einen guten Weg in die Zukunft wünschten. Eva-Maria Baumgartner