In Rotzel Kapellenfest mit Begegnung gefeiert
Kapellenfest Rotzel: Brückenschlag zur heutigen Zeit

Es hatten sich wieder etliche Gottesdienstbesucher von Nah und Fern zu diesem Festtag in der Kapelle versammelt. Pfarrer Fietz ging in seiner Predigt auf das Leben und Wirken des Hl. Karl ein. Dies ist im Wesentlichen die Umsetzung der Ergebnisse des Trienter Konzils, die Priesterausbildung sowie der Dienst am Nächsten. Dabei wurde der Brückenschlag zur heutigen Zeit gemacht und auf die Sozialstation, deren 40-jähriges Jubiläum dieser Tage gefeiert wird, hingewiesen.
Ich möchte an dieser Stelle bei den Gottesdienstbesuchern und bei allen, die sich in irgendeiner Art und Weise an der Vor- und Nachbereitung sowie der Gestaltung dieses Festes beteiligt haben, recht herzlich danken. Ein spezieller Dank geht an die Gemeindeverwaltung, die auch dieses Jahr das Bürgerhaus für diesen Anlass unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Pirmin Böhler, Gemeindeteam
Ein Schmuckstück für das Dorf
Aus der Badischen Zeitung von Werner Probst
In einem feierlichen Gottesdienst wurde in der Rotzler St.-Karl-Borromäus-Kapelle das Patrozinium gefeiert. Der Musikverein Rotzel unter der Stabführung von Wolfgang Weber gestaltete den von Pfarrer Klaus Fietz zelebrierten Gottesdienst mit. Beeindruckend zeigten die 23 Mitglieder der Kapelle ihr Leistungsvermögen auf. Zahlreiche klangreine Registersoli waren zu hören, ebenso geradezu flüsternde Töne wie auch mächtige Fortissimi. Fietz ging in seiner Predigt auf die 750-Jahr-Feier von Rotzel ein, aber besonders auch auf das zehnjährige Wirken des Fördervereins, der seine Aufgabe mehr als erfüllt habe und sich nunmehr auflöst. Die Kapelle sei zu einem Schmuckstück geworden. Gerhard Meier, der Vorsitzende des Vereins, richtete herzliche Dankesworte an die vielen Mitglieder, Helfer und Sponsoren, die es ermöglichten, die Dorfkapelle nicht nur zu erhalten, sondern auch zu verschönern.Rotzels Ortsvorsteher Manfred Ebner übermittelte den Dank des Ortschaftsrats, insbesondere an Meier als Initiator der Restauration. "Die Renovation der im Besitz der Stadt Laufenburg stehenden Kapelle ist eine zehnjährige Erfolgsgeschichte", sagte der Ortsvorsteher.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand an den Ehrentafeln vor der Kapelle ein Totengedenken statt, ehe im Bürgerhaus ein Apéro gereicht wurde.
Kapelle Rotzel: Förderverein löst sich auf - Aufgabe erfüllt
Ein Bericht aus der Badischen Zeitung und dem SÜDKURIER
Dafür sagte Bürgermeister Ulrich Krieger danke. Er sprach den entschlossenen Sanierern der kleinen Kapelle seinen Respekt aus. "Das war unser Sommermärchen", verglich er die Vereinsgründung 2006 mit der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Über 400.000 Euro hat der Verein in seiner zehnjährigen Geschichte zusammengetragen. Alles floss in die Wiederinstandsetzung der Rotzeler Kapelle. "Ihr habt diese schwierige Herausforderung angenommen. Das ist eine beeindruckende Leistung und war eine große Aufgabe", wandte sich Krieger an der Vereinsvorsitzenden Gerhard Meier. "Ein Verein ist nur so gut wie seine Vorstandschaft." Auch der katholische Pfarrer Klaus Fietz betonte, er habe "noch nie etwas Vergleichbares erlebt". Die Kapelle müsse jetzt weiter mit Leben gefüllt werden.
Zugpferd Meier verlas dann auch den Antrag von Schriftführer Pirmin Böhler, der die Vereinsauflösung wegen Zweckerfüllung beantragte. Das Ergebnis der geheimen. Abstimmung fiel einstimmig aus. Für ihren Verdienst in der Vorstandschaft wurden dann auch etliche Mitglieder mit einer Urkunde ausgezeichnet.
"Wir haben kein schlechtes Gewissen bei der Auflösung", so Meier. Derart viel Einsatz ohne große finanzielle Mittel suche seinesgleichen. "Jetzt ist die Stadt Laufenburg in der Pflicht, was den Unterhalt der Kapelle betrifft", stellte er fest. Rund 2.500 Euro dürften hierfür pro Jahr anfallen. "Vereins-Leithammel" Meier gab den Schlüssel ab. Mit Überzeugung, Weitblick und seinem unermüdlichen Materialmanagement hat er "optimale bautechnische Leistungen" erreicht, so Vorstandsmitglied Manfred Ebner. "Wir haben alle Spenden immer zu 100 Prozent sofort verbraten", erklärte Meier. Daher sei die Glaubwürdigkeit und Spendenbereitschaft abgesehen vom persönlichen Einsatz der Mitglieder enorm gewesen.
Schmuckstück im Dorf dank eines großen ehrenamtlichen Engagements und Spendern
1851 - 2006
Vorgängerkirche fiel Brand zum Opfer

Am 1. November 1853 erste Messe gefeiert
Einem Bericht, den Pfarrer Eschbach dem Erzbischöflichen Ordinariat in dieser Angelegenheit übersandt hat, ist zu entnehmen, dass die erste Heilige Messe in der Kapelle am 11. November 1853 gefeiert wurde. Pfarrer Eschbach machte viele Stiftungen in Armen-, Kirchen-, Kapellen- und Schulfonds, so auch in den Kapellenfond von Rotzel. Sehr wahrscheinlich haben sich die Gläubigen von Rotzel für das Patronat des Heiligen Karl ausgesprochen, da sie im Pfarrer Karl Eschbach einen Unterstützer und Befürworter ihrer Arbeiten und Mühen gefunden hatten.
Schon 1860 erste Schäden sichtbar
2006 - 2112: Förderverein auf Initiative des Ortschaftsrats

Spendenkonten des Förderverein St. Karl Borromaeuskapelle e.V.
• Sparkasse Hochrhein: Konto Nr.: 77 02 31 41, BLZ: 684 522 90
• Volksbank Rhein-Wehra: Konto Nr.: 42 27 06 01, BLZ: 684 900 00
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| Karl Borromaeus * 02.10.1538, Arona am Lago Maggiore; † 03.11.1584, Mailand; Gedenktag: 04. November Er war Kardinal und Erzbischof von Mailand. Karl Borromaeus ist Schutzpatron der Universität Salzburg sowie der Seelsorger und Priesterseminaristen. Er wird bei Pestepidemien angerufen.
Gemälde von Giovanni Ambrogio Figino (1548 – 1608) |
Familie Meier pflegt Borromaeus-Kapelle seit 100 Jahren
Stolz auf Ehrenamt in dritter Generation. Gründung von Förderverein zur Instandsetzung
Ein Bericht aus dem SÜDKURIER, von Stefanie Arndt

In neuem Glanz: Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die Rotzler Kapelle inzwischen wieder ein echtes Kleinod. |
Bild: Stefanie Arndt
Begonnen hat alles im Jahre 1915 als dem Landwirt und Seidenbandweber Karl Obrist, Großvater von Gerhard Meier, der Mesnerdienst durch das erzbischöfliche Ordinariat unter dem damaligen Erzbischof Thomas Nörber übertragen wurde. Obrist übergab das Amt im Jahre 1950 wiederum an seine Tochter Berta Meier. Seit 1987 liegt das Ehrenamt in dritter Generation bei Monika Meier, Ehefrau von Gerhard Meier und Schwiegertochter von Berta Meier. „Für uns ist die Kapellenpflege Familientradition und Ausdruck unserer Heimatverbundenheit“, erklärt Gerhard Meier. Allerdings kümmert sich heutzutage nicht mehr nur eine Person um den Glöckner-, Mesner- und Reinigungsdienst der Kapelle. Sämtliche Dienste wurden im Laufe der Zeit auf acht Personen aufgeteilt.
Als gelernter Schlossermeister hat er das Projekt geleitet und vorangebracht.

Nicht nur Sitzbänke, Fenster, Außenanlage und Innenputz wurden kernsaniert, auch für die sakralen Gegenstände der Kirche konnten Paten gewonnen werden. Das Ergebnis der Renovierung könne sich sehen lassen, lautet die zufriedene Bilanz von Gerhard Meier.

