Borromaeuskapelle Rotzel, Laufenburger Str. 1

In Rotzel Kapellenfest mit Begegnung gefeiert
- 25.10.2019 - 
Am 10. November wurde in Rotzel das Kapellenfest zu Ehren des Heiligen Karl Borromaeus (Gedenktag 04.11.) gefeiert. Der feierliche Gottesdienst wurde von Pfarrer Klaus Fietz zelebriert und vom Musikverein Rotzel unter der Leitung von Markus Wagner musikalisch umrahmt. In der Predigt ging Pfarrer Fietz auf das Leben und Wirken des heiligen Borromaeus ein. In dessen Bistum Mailand setzte er die Beschlüsse des vatikanischen Konzils konsequent um. Außerdem setzte es sich für die Ärmsten der Gesellschaft ein und war sich als Bischof auch nicht für die Pflege der Kranken in der Zeit der großen Pest nicht zu Schade.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand das Totengedenken für die vielen Toten und Gefallenen der beiden Weltkriege vor der Kapelle statt. Diesem kirchlichen Fest folgte ein Apero im Probenlokal des Musikvereins. Hierzu waren alle herzlich eingeladen, um sich bei warmen Getränken und leckerem Zopf zu versammeln und Gemeinschaft zu erfahren.  
Gerne möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die sich in irgendeiner Art und Weise für und bei diesem Patrozinium engagiert und beteiligt haben. Besonders bei den Frauen die Zöpfe gebacken sowie Kaffee und Kinderpunsch beigesteuert haben. Selbstverständlich auch bei den Spendern, die eine Summe von 88,20 EUR ergab. Schlussendlich auch einen herzlichen Dank an den Musikverein Rotzel, der uns dessen Probenlokal zur Verfügung gestellt hat. Allen ein herzliches Vergelt`s Gott ! Pirmin Böhler, Gemeindeteam
Kapellenfest Rotzel: Brückenschlag zur heutigen Zeit
Quelle:  Pirmin Boehler
Am Festtag des Hl. Karl Borromaeus (4. November)  wurde in Rotzel das Kapellenfest gefeiert. Die Messe, zelebriert von Pfarrer Klaus Fietz, wurde vom Musikverein Rotzel unter der Leitung von Manfred Langendorf musikalisch umrahmt.
Es hatten sich wieder etliche Gottesdienstbesucher von Nah und Fern zu diesem Festtag in der Kapelle versammelt. Pfarrer Fietz ging in seiner Predigt auf das Leben und Wirken des Hl. Karl ein. Dies ist im Wesentlichen die Umsetzung der Ergebnisse des Trienter Konzils, die Priesterausbildung sowie der Dienst am Nächsten. Dabei wurde der Brückenschlag zur heutigen Zeit gemacht und auf die Sozialstation, deren 40-jähriges Jubiläum  dieser Tage gefeiert wird, hingewiesen. 
Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde die Totenehrung für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege vor der Kapelle gehalten. Danach waren alle zu einem Apéro im Bürgerhaus Rotzel eingeladen. Dort konnte man sich bei Glühwein, Kaffee, Tee und Zopf gut unterhalten. Der Erlös aus den Spenden in Höhe von 102 Euro kommt dem jährlichen Blumenschmuck für die Kapelle zu Gute.
Ich möchte an dieser Stelle bei den Gottesdienstbesuchern und bei allen, die sich in irgendeiner Art und Weise an der Vor- und Nachbereitung sowie der Gestaltung dieses Festes beteiligt haben, recht herzlich danken. Ein spezieller Dank geht an die Gemeindeverwaltung, die  auch dieses Jahr das Bürgerhaus für diesen Anlass unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Pirmin Böhler, Gemeindeteam

 

Ein Schmuckstück für das Dorf

Aus der Badischen Zeitung von Werner Probst 

 Quelle:  Werner Probst
 Quelle:  Werner Probst

Quelle: Werner Probst

In einem feierlichen Gottesdienst wurde in der Rotzler St.-Karl-Borromäus-Kapelle das Patrozinium gefeiert. Der Musikverein Rotzel unter der Stabführung von Wolfgang Weber gestaltete den von Pfarrer Klaus Fietz zelebrierten Gottesdienst mit. Beeindruckend zeigten die 23 Mitglieder der Kapelle ihr Leistungsvermögen auf. Zahlreiche klangreine Registersoli waren zu hören, ebenso geradezu flüsternde Töne wie auch mächtige Fortissimi. Fietz ging in seiner Predigt auf die 750-Jahr-Feier von Rotzel ein, aber besonders auch auf das zehnjährige Wirken des Fördervereins, der seine Aufgabe mehr als erfüllt habe und sich nunmehr auflöst. Die Kapelle sei zu einem Schmuckstück geworden. Gerhard Meier, der Vorsitzende des Vereins, richtete herzliche Dankesworte an die vielen Mitglieder, Helfer und Sponsoren, die es ermöglichten, die Dorfkapelle nicht nur zu erhalten, sondern auch zu verschönern. 

Rotzels Ortsvorsteher Manfred Ebner übermittelte den Dank des Ortschaftsrats, insbesondere an Meier als Initiator der Restauration. "Die Renovation der im Besitz der Stadt Laufenburg stehenden Kapelle ist eine zehnjährige Erfolgsgeschichte", sagte der Ortsvorsteher.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand an den Ehrentafeln vor der Kapelle ein Totengedenken statt, ehe im Bürgerhaus ein Apéro gereicht wurde.

 

Kapelle Rotzel: Förderverein löst sich auf - Aufgabe erfüllt

Ein Bericht aus der Badischen Zeitung und dem SÜDKURIER 

Laufenburgs Bürgermeister Ulrich Krieger und Pfarrer Klaus Fietz beglückwünschten Jakob Gassmann, Dora Engesser, Elmar Kelter, Roswita Gerteiser, Pirmin Böhler, Gerhard Meier sowie Manfred Ebner (von links) zum Abschluss der Renovierungsarbeiten. Bild: Kirsten Lux

 

Der Förderverein Sankt-Karl-Borromaeus-Kapelle löst sich auf. In der Hauptversammlung am Freitag, 22. April 2016,  fiel der Beschluss einstimmig. Der Zweck, die Kapelle in Rotzel zu sanieren, ist erfüllt. Der Verein hat sein Ziel damit erreicht. Die Verantwortung für das kleine Gotteshaus geht jetzt an die Gemeinde Laufenburg über. Schweren Herzens trennen sich die Mitglieder von ihrem Verein und ihrer Kapelle. Mit einem wachsamen Auge werden sie dennoch stets präsent sein, anfallende Arbeiten anmahnen und im Zweifelsfall selbst Hand anlegen. Dennoch: Den Förderverein gibt es nicht mehr. Dasvorhandene Barvermögen wird noch in eine Dachreparatur an der Südseite investiert. Der vierstellige Rest geht zweckgebunden an die Stadt Laufenburg. 

Dafür sagte Bürgermeister Ulrich Krieger danke. Er sprach den entschlossenen Sanierern der kleinen Kapelle seinen Respekt aus. "Das war unser Sommermärchen", verglich er die Vereinsgründung 2006 mit der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Über 400.000 Euro hat der Verein in seiner zehnjährigen Geschichte zusammengetragen. Alles floss in die Wiederinstandsetzung der Rotzeler Kapelle. "Ihr habt diese schwierige Herausforderung angenommen. Das ist eine beeindruckende Leistung und war eine große Aufgabe", wandte sich Krieger an der Vereinsvorsitzenden Gerhard Meier. "Ein Verein ist nur so gut wie seine Vorstandschaft." Auch der katholische Pfarrer Klaus Fietz betonte, er habe "noch nie etwas Vergleichbares erlebt". Die Kapelle müsse jetzt weiter mit Leben gefüllt werden.

Zugpferd Meier verlas dann auch den Antrag von Schriftführer Pirmin Böhler, der die Vereinsauflösung wegen Zweckerfüllung beantragte. Das Ergebnis der geheimen. Abstimmung fiel einstimmig aus. Für ihren Verdienst in der Vorstandschaft wurden dann auch etliche Mitglieder mit einer Urkunde ausgezeichnet.

"Wir haben kein schlechtes Gewissen bei der Auflösung", so Meier. Derart viel Einsatz ohne große finanzielle Mittel suche seinesgleichen. "Jetzt ist die Stadt Laufenburg in der Pflicht, was den Unterhalt der Kapelle betrifft", stellte er fest. Rund 2.500 Euro dürften hierfür pro Jahr anfallen. "Vereins-Leithammel" Meier gab den Schlüssel ab. Mit Überzeugung, Weitblick und seinem unermüdlichen Materialmanagement hat er "optimale bautechnische Leistungen" erreicht, so Vorstandsmitglied Manfred Ebner. "Wir haben alle Spenden immer zu 100 Prozent sofort verbraten", erklärte Meier. Daher sei die Glaubwürdigkeit und Spendenbereitschaft abgesehen vom persönlichen Einsatz der Mitglieder enorm gewesen.

Schmuckstück im Dorf dank eines großen ehrenamtlichen Engagements und Spendern

1851 - 2006


Vorgängerkirche fiel Brand zum Opfer 

Die Kapelle in Rotzel - Kleinod und Schmúckstück des Dorfes. Foto: Pirmin Böhler
Im Frühjahr 1853, als die Fertigstellung des Gotteshauses absehbar war, wendete sich der damalige Hochsaler Pfarrer (1831 bis 1870) und Dekan des Dekanates Waldshut Karl Eschbach (* 28.02.1784 in Hochsal; † 03.01.1870) mit einem besonderen Anliegen an das Erzbischöfliche Ordinariat. Der Bitte in der Kapelle die Heilige Messe feiern zu dürfen wurde von Seiten der Kirchenbehörde, unter Einhaltung etlicher Auflagen (keine Sonn- und Feiertagsgottesdienst in Konkurrenz zur Pfarrkirche), entsprochen. Hierzu muss erwähnt werden, dass Rotzel schon immer zum Kirchspiel der Pfarrei Hochsal mit der Pfarrkirche St. Pelagius und Oswald gehörte.  

Am 1. November 1853 erste Messe gefeiert      
Einem Bericht, den Pfarrer Eschbach dem Erzbischöflichen Ordinariat in dieser Angelegenheit übersandt hat, ist zu entnehmen, dass die erste Heilige Messe in der Kapelle am 11. November 1853 gefeiert wurde. Pfarrer Eschbach machte viele Stiftungen in Armen-, Kirchen-, Kapellen- und Schulfonds, so auch in den Kapellenfond von Rotzel.    Sehr wahrscheinlich haben sich die Gläubigen von Rotzel für das Patronat des Heiligen Karl ausgesprochen, da sie im Pfarrer Karl Eschbach einen Unterstützer und Befürworter ihrer Arbeiten und Mühen gefunden hatten.    


Schon 1860 erste Schäden sichtbar
    
Bereits 1860 wurden erste Schäden an der Kapelle sichtbar. Da sie ohne Drainage und Dachrinnen gebaut wurde, machte sich der Schwamm darin breit. Die erste grosse Renovation wurde deshalb 1892 fällig. In diesem Zuge wurde auch der Chor angebaut.     
   Im April 1951 wurde das Dach renoviert und im Jahr 1953 wurde der Boden erneuert. In den zurückliegenden Jahrzehnten bis 2006 wurden keinerlei grössere Sanierungsarbeiten durchgeführt. Es war jedoch immer mehr absehbar, dass wenn das Gebäude nicht dem Zerfall preisgegeben werden möchte, erheblicher Sanierungs- und Renovationsbedarf besteht.   

2006 - 2112:  Förderverein auf Initiative des Ortschaftsrats

Ganzheitlich erneuert wurde auch der Innenraum der St. Karl Borromaeuskapelle. Foto: Pirmin Böhler
In Zeiten knapper Kassen der öffentlichen Hand hat der Ortschaftsrat Rotzel die Initiative ergriffen und sich dazu entschlossen einen gemeinnützigen Verein zu gründen. So wurde am 27. April 2006 der Förderverein St. Karl Borromeauskapelle e.V. gegründet. Satzungsgemässer Zweck des Vereins „ist die finanzielle Förderung der Instandsetzung und Instandhaltung der im Eigentum der Stadt Laufenburg stehenden katholischen St. Karl Borromaeuskapelle in Laufenburg/Baden, Ortsteil Rotzel.“ (Auszug aus der Vereinssatzung §2 Abs.1).  

   Bereits im August 2006 wurde das renovierte Kapellenturmkreuz montiert. Im sogenannten Bauabschnitt I (Dach) wurden von Januar bis Mai 2007 im Wesentlichen, unter anderem durch erhebliche Frondienstarbeiten der Vereinsmitglieder, das Deckengebälk, der Dachstuhl inkl. neuer Dacheindeckung und neuer Dachrinnen, die elektrischen Anlagen und die Schallläden am Turm renoviert und saniert.
    
   Im September 2007 wurden die Vorbereitungen für den Bauabschnitt II (Innenraumschale: Wände, Decke, Boden, Bänke, Elektrik) angegangen. Nun ging es Schlag auf Schlag. Die ausführenden Arbeiten begannen dann am 5. Mai 2008 mit dem Ausräumen der Kapelle. Dem folgten das Abschlagen des Putzes zum Freilegen des Bruchsteinmauerwerkes und das Aufbringen des neuen Belages.
    
Kurzentschlossen ganze Sache gewagt           
   Kurzfristig hat sich die Vorstandschaft, trotz ungesicherter Finanzierung, dazu entschlossen, parallel zum Bauabschnitt II auch Bauabschnitt III (Restauration der sakralen Innenausstattung: Satuen, Hoch- und Seitenaltare, Sedilien, Ambo) durchzuführen, um dem Gotteshaus eine gewisse "ganzheitliche" Erneuerung zu verschaffen.
 
  So hat die Dorfbevölkerung (ca. 580 Einwohner) zweckgebunden alleine für Bauabschnitt III mit sogenannten Patenschaften innerhalb nur einiger Tage mehr als 7.000.- € gespendet. Sämtliche Arbeiten zu diesen beiden Bauabschnitten wurden bis zum 19. November 2008 abgeschlossen.    
    
Hoher Stellenwert: Ehrenmale und Steinernes Kreuz    
   Mehr oder weniger nahtlos folgte Bauabschnitt IV (Aussenfassade). Die notwendigen Vorarbeiten wurden ein weiteres Mal in Eigenleistung durch Vereinsmitglieder im Mai 2009 durchgeführt. Sämtliche Putz- und Malerarbeiten waren bis zum 9. September 2009 abgeschlossen. Abermalig wurden etliche weitere Arbeiten zu den ursprünglich geplanten Dingen ausgeführt. Diesmal wurden zusätzlich das Kriegerdenkmal mit dem „Eisernen Kreuz“, zum Andenken und der Ehrerbietung den in drei grossen Kriegen gefallenen Bürger des Dorfes, saniert.
   Im Frühjahr 2010 wurde der Auftrag für ein neues „Steinernes Kreuz“, als Ersatz für das während des Bauabschnittes I beschädigten Kreuzes, vergeben und im Herbst an Ort und Stelle des bisherigen aufgestellt. Im April 2011 wurde auch das zweite Kriegerdenkmal saniert und mit einem neuen Emblem aus Bronze versehen. Ausserdem wurde an der Südseite der Kapelle, im Eck zur Sakristei, ein Brunnentrog gesetzt.  
   
Großzügige Spende ermöglicht neue Fenster    
   Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass im Herbst 2010 mit weitreichenden detaillierten technischen Abklärungen zu neuen Fenstern begonnen werden konnte. Diese mündeten schlussendlich in „neue Fenster mit Isolierverglasung in Bleiverglasungsoptik“.
Am 26. September 2011 werden die zwölf neuen 24mm dicken Fensterscheiben angeliefert und tags darauf beginnen die Demontage- und Montagearbeiten am Gebäude. Vorab wurden Gerüste, Abdeckungen und Schutzschilde erstellt und montiert. Bis am 21. Oktober 2011 sind sämtliche Arbeiten (Maurer, Stahlbauer, Glaser, Gipser, Maler) der verantwortlichen Unternehmungen durchgeführt und die Kapelle erstrahlt mit neuen Fenstern. Bei diesem Bauabschnitt wurden wir massgeblich und grosszügig von der Fa. Brennet AG unterstützt. 
   Im Herbst 2012 wurde der Seiteneingang der Kapelle gehbehindertenfreundlicherer gestaltet. Hierzu ist eine Rampe erforderlich. Ausserdem wurden die beiden Eingangstüren erneuert. 
    
Arbeiten im Wert von 365.000 Euro - 3000 Stunden durch freiwillige Helfer    
   Die seit 2006 (Stand: Januar 2013) durchgeführten Arbeiten haben einen Wert in Höhe von  ca. 365.000.- €. Hierfür musste der Förderverein „lediglich“ ein Darlehn in Höhe von 60.000.-€ aufnehmen. Weitere Mittel ergingen durch die Stadt Laufenburg (Baden), Erzbistum Freiburg, Pfarrei St. Pelagius und Oswald Hochsal, Mitgliederbeiträge, Spenden und Eigenleistungen in der Grössenordnung von ca. 3.000 Std. durch freiwillige Helfer der Dorfbevölkerung. Pirmin Böhler
    

Spendenkonten des Förderverein St. Karl Borromaeuskapelle e.V.

• Sparkasse Hochrhein: Konto Nr.: 77 02 31 41, BLZ: 684 522 90

• Volksbank Rhein-Wehra: Konto Nr.: 42 27 06 01, BLZ: 684 900 00 

                                                           

 

         

 

Karl   Borromaeus

* 02.10.1538, Arona   am Lago Maggiore; † 03.11.1584, Mailand; Gedenktag: 04. November

Er war Kardinal und   Erzbischof von Mailand. Karl Borromaeus ist Schutzpatron der   Universität Salzburg sowie der Seelsorger und Priesterseminaristen. Er wird   bei Pestepidemien angerufen.

 

 

Gemälde von   Giovanni Ambrogio Figino (1548 – 1608)

 

Familie Meier pflegt Borromaeus-Kapelle seit 100 Jahren

Stolz auf Ehrenamt in dritter Generation. Gründung von Förderverein zur Instandsetzung
Ein Bericht aus dem SÜDKURIER, von Stefanie Arndt
 

In neuem Glanz: Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die Rotzler Kapelle inzwischen wieder ein echtes Kleinod. |
Bild: Stefanie Arndt

Die im Jahre 1853 erbaute Kapelle der Ortschaft Rotzel feiert auch in diesem Jahr anlässlich des Namenstages des Schutzpatrons der Kapelle Karl Borromaeus ihr alljährliches Kapellenfest. Für Familie Meier ist das diesjährige Kapellenfest mit einem besonderen Familienjubiläum verbunden. „Unsere Familie ist nun seit 100 Jahren ehrenamtlich für die Kapellenpflege zuständig“, erzählt Gerhard Meier, der zugleich Vorsitzender des im Jahre 2006 gegründeten Fördervereins St. Karl Borromaeuskapelle in Rotzel ist.
Begonnen hat alles im Jahre 1915 als dem Landwirt und Seidenbandweber Karl Obrist, Großvater von Gerhard Meier, der Mesnerdienst durch das erzbischöfliche Ordinariat unter dem damaligen Erzbischof Thomas Nörber übertragen wurde. Obrist übergab das Amt im Jahre 1950 wiederum an seine Tochter Berta Meier. Seit 1987 liegt das Ehrenamt in dritter Generation bei Monika Meier, Ehefrau von Gerhard Meier und Schwiegertochter von Berta Meier. „Für uns ist die Kapellenpflege Familientradition und Ausdruck unserer Heimatverbundenheit“, erklärt Gerhard Meier. Allerdings kümmert sich heutzutage nicht mehr nur eine Person um den Glöckner-, Mesner- und Reinigungsdienst der Kapelle. Sämtliche Dienste wurden im Laufe der Zeit auf acht Personen aufgeteilt.

Als gelernter Schlossermeister hat er das Projekt geleitet und vorangebracht.

Die Kapellenpflege ist für Gerhard und Monika Meier eine Herzensangelegenheit - und seit 100 Jahren Familiensache
Als 2006 fest stand, dass die Stadt Laufenburg für die Renovierung der Kapelle kein Geld zur Verfügung stellen kann, entschloss sich Gerhard Meier dazu, einen Förderverein zur Instandsetzung und Instandhaltung der Kapelle zu gründen. Mit der Stadt als Bürge, Spenden von großzügigen Gönnern und vielen freiwilligen Helfern aus Rotzel und Umgebung gelang es dem Förderverein seither, die in die Jahre gekommene Kapelle, mit viel Engagement und Herzblut Stück für Stück in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Die Kosten für das Projekt Kapellensanierung belaufen sich mittlerweile auf insgesamt rund 390 000 Euro. Darin seien auch die selbst erbrachten Leistungen mit 15 Euro pro Arbeitsstunde eingerechnet, so Meier: „Wir haben mit 90 Vereinsmitgliedern ungefähr 3000 Arbeitsstunden selbst erbracht, was für ein kleines Dorf wie Rotzel mit rund 600 Einwohnern eine beträchtliche Leistung ist.“

Nicht nur Sitzbänke, Fenster, Außenanlage und Innenputz wurden kernsaniert, auch für die sakralen Gegenstände der Kirche konnten Paten gewonnen werden. Das Ergebnis der Renovierung könne sich sehen lassen, lautet die zufriedene Bilanz von Gerhard Meier.