Bürgersaal in Birndorf nun Eigentum der Gemeinde Albbruck
12.01.2018
Die Gemeinde Allbruck ist seit Anfang des Jahres Besitzer des Bürgersaals in Birndorf und nicht mehr die Kirchengemeinde. Ein Nutzungsvertrag über 25 Jahre sorgt dafür, dass sich in der Praxis nichts ändert, gleichzeitig aber beide Partner von der Vereinbarung profitieren.
Eingeweiht wurde der Bürgersaal in Birndorf schon im September 2016 und seither nutzen Gemeinde und Kirchengemeinde das erweiterte und von Grund auf sanierte Gebäude mitten im Dorf neben der imposanten Kirche in großer Eintracht. Offiziell wechselte das Gebäude aber erst zum 1. Januar 2018 den Besitzer. So lange hat es gedauert, bis das komplizierte Vertragswerk unter Dach und Fach war, das notariell beglaubigt, dass der ehemalige Pfarrsaal als Bürgersaal ganz in das Eigentum der Gemeinde Albbruck übergeht. Zur Schlüsselübergabe konnte Pfarrer Klaus Fietz Vertreter beider Seiten begrüßen.
Hugo Binkert, seinerzeit Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Birndorf und im Gemeinderat Albbruck blendete zurück in die Anfänge der gemeinsamen Zeit. Weil im Jahre 1975 weder die Pfarrgemeinde noch die Vereine von Birndorf und Birkingen Räumlichkeiten für Versammlungen und Veranstaltungen hatten, nachdem der Hirschensaal nicht mehr nutzbar war, entstand die Idee, im Pfarrgarten einen Pfarr- und Gemeindesaal zu bauen, der allen Ansprüchen gerecht werden sollte. Dass Birndorf im Zuge der freiwilligen Eingemeindung nach Albbruck 150.000 Mark für Gemeindeeinrichtungen zur Verfügung standen und der junge Bürgermeister Gernot Strohm und Pfarrer Pius Burger ein besonderes Vertrauensverhältnis hatten, erleichterte vieles. Das damals moderne Gebäude kostete 670.000 Mark und wurde durch die Pfarrgemeinde Birndorf, die politische Gemeinde und viele Aktionen und Spenden finanziert. Grundlage des Gelingens war aber die enorm große Eigenleistung der ganzen Pfarrgemeinde, Als Hauptakteure nannte Hugo Binkert den Baupolier Emil Ebner und Johann Binkert als Organisator der vielen Helfer.
Das Ordinariat verlangte die Übergabe an die Gemeinde
Als der so genannte Pfarrsaal in die Jahre gekommen und für die Vereine auch zu klein geworden war, entschloss man sich nach einem längeren Verhandlungsprozedere für eine Sanierung nach neuesten umwelttechnischen Standards und eine gleichzeitige Erweiterung, die auch in die Zukunft wirkt, wie Pfarrgemeinderätin Bernadette Weiss erinnerte. Nach der Bildung des Bauausschusses in 2012 mit Ortsbaumeister Walter Hausin, Hugo Binkert, Anton Sattler, Bernhard Bächle, Pfarrgemeinderätin Mechthild Woiwotka und den Stiftungsräten Alfred Binkert und Bernadette Weiss nahmen auch die Gespräche mit dem Ordinariat eine positive Wendung. Bedingung für die letztlich 2,3 Millionen Euro teure Investition war allerdings, dass die Kirchengemeinde das Gebäude ganz in das Eigentum der Gemeinde übergibt. Ein Nutzungsvertrag über 25 Jahre sorgt dafür, dass sich in der Praxis nichts ändert, gleichzeitig aber beide Partner von der Vereinbarung profitieren.
Auch Bürgermeister Kaiser unterstrich, dass gemeinsam der richtige Weg eingeschlagen wurde und der heutige Bürgersaal immer noch als leuchtendes Beispiel aktives Bürgerengagement dastehe. Er dankte insbesondere Winfried Ebner von der kirchlichen Verrechnungsstelle, der sich beim Ordinariat als „Eisbrecher“ bewährt habe und bei Ortsbaumeister Hausin für sein Engagement. Peter Meister
Pfarrer Fietz ehrt Kuchelbacher Mesner
Viele Jahre war es Aufgabe des Mesners täglich um 6 Uhr in der Frühe, um 19 Uhr und zur Mittagszeit um 11 Uhr zu läuten. Heute zieht der 78-jährige frühere Landwirt nur noch vor den Gottesdiensten an dem Glockenstrang. Und diese werden heute noch äußerst selten in Kuchelbach gefeiert. Aus der früheren Tradition erhalten geblieben ist zumindest die Maiandacht der Birndorfer Frauengemeinschaft. Auch wird heute noch in Kuchelbach ein Sterbefall mit dem Glockengeläut angezeigt. Berthold Eckert würde sich freuen wenn in seiner Kapelle wieder einmal eine Taufe wäre oder sich wie vor zwei Jahren hier Brautleute ihr Ja-Wort geben würden. Schließlich warten auch bei ihm daheim bestens aufgehobene Kelche, Patene, Kelchtüchlein und Handtüchlein auf ihren Einsatz. Doris Dehmel



