Deckengemälde erinnert an Seeschlacht bei Lepanto vom 7. Oktober 1571.
Im Gewölbe der spätbarocken Pfarrkirche Hochsal besticht ein eindrucksvolles Deckengemälde. Es zeigt die Verherrlichung der Gottesmutter Maria. Mit dem Kind auf dem Arm schwebt sie in hellem Licht über dunkel drohenden Wolken. Sie hat ein Szepter in der Hand, umkränzt von zwölf Sternen (Offb. 12,1). Das von dem Waldshuter Künstler Albert Duchow gestaltete Gemälde erinnert an einen bedeutungsvollen Tag für das Abendland und die Kirche, den 7. Oktober 1571. Dieser Tag wird bis heute als Rosenkranzfest gefeiert.
In der immer stärker werdenden Bedrohung des christlichen Abendlandes durch den Halbmond kam es an jenem Tag am Eingang zum Golf von Korinth auf der Höhe von Lepanto zu einem entscheidenden Aufeinanderprallen der vereinten spanisch-venezianischen Flotte mit den Türken. Die Dimension dieser ungemein blutigen Seeschlacht lässt sich erahnen in der Anzahl der eingesetzten Schiffe und Menschenmassen. So verfügten die Türken über 222 Galeeren und 60 andere Schiffe, 34 000 Soldaten, 13 000 Matrosen und 41 000 Rudersklaven. Die vereinigte christliche Flotte besaß 207 Galeeren, 30 andere Schiffe, sechs große Galeeren, 30 000 Soldaten, 12 900 Matrosen und 43 000 Ruderer. Es gab große Verluste auf beiden Seiten.
Rosenkranzkönigin Maria als Urheberin des Sieges
Schließlich neigte sich der Sieg den Christen zu. Ihre schönste Kriegsbeute bestand aus rund 12 000 christlichen Galeerensklaven, darunter 2000 Spanier, die diesem Sieg ihre Befreiung verdankten. Damit war die Gefahr für das Abendland vorerst gebannt.
Die Seeschlacht bei Lepanto wurde entschieden, während Papst Pius V. mit dem römischen Volk beim Rosenkranzgebet um einen guten Ausgang des Kampfes versammelt war. Der Papst sah deshalb in Maria, der Rosenkranzkönigin, die Urheberin des Sieges. Er verordnete, dass alljährlich am Tag der Schlacht ein Dankfest gehalten werde. Bald darauf wurde der 7. Oktober in der katholischen Kirche als Rosenkranzfest gefeiert. Dabei ist es bis heute geblieben.
Im Deckengemälde in der Hochsaler Pfarrkirche St. Pelagius erkennt man beim genauen Hinsehen, dass Mutter und Kind dem Betrachter einen Rosenkranz entgegenhalten, während im unteren Teil kämpfende Soldaten zu sehen sind. Halbmond und Rossschweif an Stangen weisen einige der Streiter als türkische Krieger aus. Eher ist ein Landkrieg angedeutet denn eine Schlacht auf dem Meer. Paul Eisenbeis
