Ein Bericht aus der Badischen Zeitung von Paul Eisenbeis Das älteste Gotteshaus auf dem Wald ist die Pfarrkirche in Hochsal. Dabei ist die Kirche selbst wesentlich älter als der weithin sichtbare 38 Meter hohe Kirchturm, der "alte Hotz". Die beiden Patrone sind der heilige Pelagius und der heilige Oswald. Der Namenstag des Zweiteren wird am heutigen 5. August gefeiert. Deshalb soll er zu seinem Fest auch einmal vorgestellt werden. Durch alle Jahrhunderte änderte sich die Innengestaltung der katholischen Kirche von Hochsal. Der Hochaltar erfuhr sein heutiges Aussehen im 19. Jahrhundert. Dazu malte der Waldshuter Gustav Polikeit das Bild der Kreuzigung Jesu mit Maria und Johannes. Das Rahmenwerk mit den Schnitzereien schuf die renommierte Firma Mezger aus Überlingen. Mit dazu gehörten die beiden Patrone: der auf der linken Seite stehende Hauptpatron, der heilige Pelagius, und rechts der zweite Patron, der heilige Oswald. Oswald, der 603 geborene König von Northumbrien/England ließ sich nach dem Tod seines Vaters taufen. Er eroberte 634 sein Land wieder zurück und bemühte sich um die Christianisierung. Dabei fiel er im Kampf gegen den heidnischen König Penda von Mercien. Schottenmönche brachten das Leben des Heiligen und seine Verehrung nach Deutschland.
Dargestellt als König mit Krone und Zepter
Eine Statue des Heiligen wurde um 1300 im Freiburger Münster aufgestellt. Oswald ist Schutzpatron der Stadt und des Kantons Zug in der Schweiz. Im Schwarzwald und in den Alpenländern Kärnten und Steiermark wird er als Nothelfer verehrt und als Patron der Schnitter und des Viehs. In Heiligenlexika wird oft angegeben, dass das Stift Nonnberg/Salzburg erstmals um 1150 ein Wandgemälde mit dem heiligen Oswald in königlichem Gewand aufweist. Da können wir mithalten. Als ältestes Sakralbauwerk des Hochschwarzwaldes gilt das Kirchenkleinod St. Oswald im Höllental. Es steht sehr nahe an der Einmündung der Ravennaschlucht in das Löffeltal. Die 1140 erbaute und bald darauf vom Bischof von Konstanz geweihte Kapelle weist auf einem spätgotischen Flügelaltar den heiligen Oswald aus mit einem Raben auf seinem Fuß, der im Schnabel einen Ring hat mit der Inschrift OW = Oswald.
Und so sind wir bei den Attributen. Die meisten Leute konnten früher nicht lesen. Aber die Heiligenfiguren erkannten sie an den beigefügten Teilen. Den Heiligen, der einen Toten an der Hand führt, kennen wir als den Missionar Fridolin; die Figur auf vielen Brücken mit einem Kranz von fünf Sternen auf dem Haupt ist der heilige Nepomuk. Der Legende nach bekam der heilige Oswald – als König mit Krone und Zepter dargestellt – einen schwarzen Raben auf dem Fuß, auch in Hochsal. Meist trägt der Rabe ein kleines Gefäß oder einen Ring im Schnabel. Die Überlieferung sagt, dass bei der Königskrönung das Chrisamöl fehlte. Da brachte ein Rabe das Öl in einem kostbaren Glas. Einer anderen Legende zufolge hat der Vogel einen Ring. Danach vermittelte er Brief- und Ringtausch mit der Königstochter, die Oswald nach schwerem Kampf mit dem heidnischen Vater heimführen und heiraten konnte.