Mehr Bilder mit einem Klick
Das Selbstbewertungsteam für die Visitation mit Dekan Peter Berg, der Pastoralreferentin Sandra Bergheim, Pfarrer Fietz und dem stv. Stiftungsratsvorsitzenden Peter Meister (von links) Pfarrer Greulich, Susi Schubert, Pirmin Böhler, Martina Ebner, Bea Vogler, Sabine Läule, Claudia Rudigier-Frommherz. Bilder: Peter Meister
Raum schaffen für innovative Formen des Glaubens, mit denen sich spirituelle Menschen angesprochen fühlen. Dazu ermunterte Dekan Peter Berg bei der Visitation der Katholischen Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck. Die Pfarrgemeinderäte treibt immer stärker die Frage um, wie jüngere Menschen für die Grundanliegen der Kirche zu begeistern sind. Äußerst positiv bewertet wurde das Zusammenwachsen der sechs Pfarrgemeinden seit der Neuordnung in 2015.
Visitation: Umbruch eröffnet auch Chancen
Die Visitatoren Dekan Peter Berg und Pastoralreferentin Sandra Bergheim aus Bad Säckingen lobten die Lebendigkeit in den von Ehrenamtlichen geprägten Gremien Pfarrgemeinderat, Stiftungsrat und Gemeindeteams. In welch hohem Ausmaß da auch direkter Dienst an den Menschen geleistet wird, zeigte sich beispielhaft in der Präsentation der Projekte Mittagstisch für Senioren in Laufenburg, und in der Erstkommunionvorbereitung.
Positiv aufgenommen wurde das Einbinden von Wortgottesfeiern in das Gottesdienstangebot. Nicht nur in der im Frühjahr breit angelegten Umfrageaktion (in der die Arbeit des Pfarrgemeinderates überwiegend positiv bewertet wurde) wurde allerdings auch der Wunsch nach lebendigeren Gottesdiensten geäußert. Dies haben sich auch die Laiengremien zur Aufgabe gemacht.
Auch nach dem Visitationstag gibt es kein Patentrezept auf die Frage, wie dem Rückgang der Gottesdienstbesucher begegnet werden kann. Und wie Kinder und Jugendliche nach Erstkommunion und Firmung weiterhin für das Zusammenleben im Glauben in den Gemeinden begeistert werden können. Auch wie die Pfarrgemeinden mehr als bisher als einladende Gemeinschaft wahrgenommen werden, in der man sich angenommen und wohl fühlt und man Hilfe in persönlichen Anliegen erfahren kann, gehörte zu den Diskussionsthemen der Visitation. Dekan Berg machte den Laien Mut, im Vertrauen auf die Botschaft Jesus, den Glauben an künftige Generationen weiter zu geben und nicht an Misserfolgen zu verzagen. Oft gehe die Saat erst später auf.
Man lebe in einer Zeit der Herausforderungen und Umbrüche, in der vieles nicht mehr nach gewohnten Traditionen funktioniere. Dies biete aber auch Chancen zum Aufbruch, zur Neuorientierung auf die veränderten Bedürfnisse der Menschen, ohne den Grundauftrag zu vergessen. „Wir müssen bereit sein für neue Ideen“, so Berg. Auf den Einwand, dass es für alle Angebote Ehrenamtliche brauche, die sie umsetzen, machte der Dekan den Gremien und Gruppierungen Mut, auch einmal auf ein traditionelles Angebot zu verzichten, um das vorhandene Potenzial an Ehrenamtlichen nicht zu überfordern.
Die Gemeindeteams als Keimzelle jeder Pfarrei müssten spiritueller Mittelpunkt werden, in dem die frohe Botschaft spürbar wird, und nicht nur Organisatoren für Feste sein, so Dekan Berg.
Einig waren sich alle, dass es keinen Grund gibt zu verzagen (Dekan Berg: „es wird immer wieder Menschen geben die suchen“) und es auch wichtig sei, sich über das eigene Engagement zu freuen. „Wie sollen wir eine freudige Botschaft vermitteln, wenn wir mit einem frustrierten Gesicht durch die Gegend laufen“, brachte es eine Pfarrgemeinderätin auf den Punkt.
Er habe viel Lebendigkeit und Erfahrung erlebt und eine Seelsorgeeinheit, in der viele mit festem Glauben und gleichzeitig selbstkritisch in der Frage nach der Zukunft auf dem Weg seien, resümierte Dekan Berg am Ende eines langen Tages. Peter Meister


