Im Geist des Dialogs und der Gemeinschaftlichkeit
30 Jahre war Rist Chorleiter des Kirchenchors St. Martin. Die Pfarrscheuer ist unter seiner aktiven Mitwirkung zu einer der schönsten kirchlichen Treffpunkte weit und breit umgebaut worden. Mit aller Konsequenz hat er sich auch 1993 für die räumliche Umgestaltung im Sinne des II. Vatikanischen Konzils der Kirche St. Martin eingesetzt, also im Geist des Dialogs und der Gemeinschaftlichkeit, zu gestalten, womit Luttingen ein vielbeachtetes Alleinstellungsmerkmal besitzt. Und bei der Innenrenovation 2019 hat Lothar Rist maßgeblich dafür gesorgt, dass die Technik „seiner“ Mönch-Orgel komplett erneuert und zudem ein Trompeten-Register eingebaut wurde. Die Pfeifenorgel und deren zugeeigneten Kompositionen sind mittlerweile auf sein Betreiben im UNESCO-Weltkulturerbe verankert.
Mit 19 wurde Lothar Rist mit dem Organistenamt betraut
Dass Rist 36 Jahre (1969-2005) auch Pfarrgemeinderat der damals selbständigen Pfarrgemeinde St. Martin Luttingen war, spricht nicht nur von übergroßem Engagement, sondern ermöglichte auch Einflussnahme auf die Entwicklung der Gemeinde, die er immer hartnäckig nutzte, wenn er von einer Sache überzeugt war.
Lothar Rist war 19 Jahre alt, als er mit dem Organistenamt betraut wurde. Nur wenige Monate später musste er auch die Leitung des Kirchenchors übernehmen. Der junge Kirchenmusiker folgte auf seinen späteren Schwiegervater Ferdinand Gerteis, der aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Und es begann eine beispiellose Chorleiter-Ära, die dem Chor zu einer beeindruckenden Aufwärtsentwicklung verhalf.
Ökumene lag ihm am Herzen - Ein kritischer Geist
Lothar Rist, der sich über den „Theologischen Kurs Freiburg“ von 2007-2010 in theologische und liturgische Grundlagen eingelesen hat, war im Glauben tief verwurzelt und vom II. Vatikanischen Konzil geprägt. Am Herzen lag ihm auch die Ökumene. Schon 1980 hat „sein“ Chor mit dem evangelischen Kirchenchor einen gemeinsamen Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche musikalisch gestaltet. So treu er ihr war, so sehr haderte er auch mit seiner Kirche wegen deren Unfähigkeit Reformen einzuleiten, die der Lebenswirklichkeit der Menschen gerecht werden.
Die gottesdienstlichen Feiern durch das Orgelspiel zu unterstützen, war Lothar Rist bis kurz vor seinem Tod Lebensaufgabe.
Im beruflichen Leben war der Verstorbene Direktor des Textilunternehmens Brennet AG, in Wehr-Brennet. Er hinterlässt seine Frau Maria-Theresia und die Tochter Anne-Kathrin mit Mann und den drei Enkelkindern. Peter Meister