Bundesverdienstkreuz am Bande für Pfarrer Günter Hirt - Das Lebenswerk Lebenshaus ausgezeichnet

13.09.2023 |

Pfarrer Günter Hirt wurde von Ministerpräsident Daniel Günter mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bild: Peter Meister
Von Peter Meister aus Kiel
Für seinen unermüdlichen Einsatz für benachteiligte Menschen seit mehr als fünf Jahrzehnten wurde  Pfarrer i.R. Günter Hirt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen und von Ministerpräsident Daniel Günther ausgehändigt. Diese hohe Ehrung fand im Landeshaus des Landes Schleswig-Holstein in Kiel statt. Damit wurde das sehr große Engagement von Pfarrer Hirt in erster Linie für Kinder und Jugendliche und für Familien mit behinderten Angehörigen gewürdigt. Das Lebenshaus sei Dank seines Engagements Zufluchtsstätte für über 30 Kinder in Ugandas ländlicher Region Kyato geworden, wodurch im Lauf der letzten zehn Jahre über 600 Kinder dort umfassende Lebenshilfe erfahren haben, beschrieb der Ministerpräsident die Lebensleistung des fast 85 Jahre alten Hirt, zu dessen maßgeblichen Unterstützern die Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck gehört.

 
Günter Hirt, der seit mehreren Jahren in Nordfriesland lebt, hat sich auch zu Zeiten seines aktiven Dienstes weit über das Maß eines engagierten Pfarrers hinaus für Menschen in Not eingesetzt. Mit seiner persönlichen Mithilfe wurde zunächst die Berufsschule in Kyamuliibwa neu strukturiert und dann ein Krankenhaus mit Kinderstation gebaut. Inmitten der großen Armut berührten ihn am allermeisten die Schicksale der – häufig verwaisten – Kleinsten, für die es aufgrund fehlender Unterkünfte, Mangelernährung und vor allem einer schlechten Wasserversorgung keine lebenswerten Zukunftsperspektiven gibt.
Grundsteine für ein selbstbestimmendes Leben gelegt
So entstand seine Idee und sein Engagement für ein „Revival Home“, für die Einrichtung des sogenannten Lebenshauses, in dem gerade für diese Kinder eine Zukunftschance geboten wird. Ihm ist es zu verdanken, dass es für die Menschen vor Ort eine gesicherte Stromversorgung durch die Montage einer Photovoltaikanlage gibt und ein gut erschlossener Tiefbrunnen kostbares Trinkwasser sicherstellt. In diesem Zusammenhang hat sich Günter Hirt auch unermüdlich für die Gründung einer „Trinkwasserkooperative“ eingesetzt, damit auch im Umfeld des Lebenshauses rund 100 Familien in den Genuss des wertvollen und gesunden Wassers kommen konnten. Sein Engagement ist besonders nachhaltig, weil Betroffene im wahrsten Sinne des Wortes lebensfähig gemacht werden, nachdem notwendige Grundsteine für ein selbstbestimmendes Leben und die Eigenversorgung in der Region gelegt wurden. Günter Hirt erfährt für seine Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Behörden sehr große Wertschätzung und kann so sein Projekt immer weiter vorantreiben, lobte Ministerpräsident Günther in seiner Laudatio die Verdienste von Hirt.
Mit dem Uganda-Lebenshaus ein nachhaltiges Lebenswerk geschaffen
Um das Lebenshaus noch besser fördern zu können, richtete Günter Hirt 2010 eigens einen Stiftungsfonds bei Missio, dem internationalen katholischen Hilfswerk ein. Über den Verein Uganda-Lebenshaus Projekthilfe e.V., dessen Kuratoriumsvorsitzender er nach wie vor ist, akquiriert er Spenden und gestaltet aktiv vor Ort mit.  Der Verein wurde für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Das Projekt und das Lebenshaus wurden zudem von verschiedenen ugandischen Institutionen ausgezeichnet. Der Distrikt Kalungu hat es beispielsweise bereits 2017 als beste Einrichtung für Kinderpflege und Jugendschutz ausgezeichnet. Auch das nationale Ministry for Labour and Social Development hat das Lebenshaus offiziell anerkannt und für seine Arbeit ausgezeichnet, zeichnete der Laudator die Schaffenskraft des  pensionierten Pfarrers nach.
Für die Unterstützung der Projekte des Vereins wirbt Günter Hirt deutschlandweit durch eigene Berichte und Informationen. Nie verlor er das Menschsein aus dem Blick, handelt immer auf Augenhöhe und hat mit dem Uganda-Lebenshaus ein nachhaltiges Lebenswerk geschaffen, das viele Menschen gerettet hat und auch in Zukunft retten wird.  Er hat mit seinem Projekt einen wesentlichen Beitrag für die lokale Bevölkerung geleistet, das distriktweit und sogar darüber hinaus Vorbildfunkion hat.