Heiligabend-Familiengottesdienst unter freiem Himmel in Schadenbirndorf eine Herzensangelegenheit

06.01.2025 |

Was 2021 aus der Not heraus entstand, ist heute eine Herzensangelegenheit: Der Heiligabend-Gottesdienst in Schadenbirndorf unter freiem Himmel. Damals, während der Corona-Pandemie, brauchte es kreative Lösungen, um die strengen Abstands- und Innenraumvorschriften einzuhalten. Doch was als Notlösung begann, hat sich schnell zu einer liebgewonnenen Tradition entwickelt, die auch 2024 wieder viele Menschen bewegte. Im Mittelpunkt standen diesmal nicht nur die Krippe, Maria und Josef – die übrigens von Kindern aus dem Dorf dargestellt wurden –, sondern auch die Tiere: Schafe und ein Esel sorgten für die richtige Atmosphäre direkt neben dem Stall. 

Diakon Wathek Matti zelebrierte den Gottesdienst, musikalisch untermalt von einem Bläserensemble des Musikvereins Birndorf und einem besonderen Generationenchor. Rund 40 Sängerinnen und Sänger aus drei Generationen der Dorfgemeinschaft erfüllten den Platz mit ihren Stimmen und schufen ein Gefühl von Zusammenhalt und Nähe. 
Ganz nach dem Motto „Wir alle zusammen sind die Kirche“ brachten sich auch Dorfbewohner ein, die sonst eher im Hintergrund bleiben. Für die Lesungen gab es keinen Bibeltext, sondern einen berührenden Brief, den ein Großvater an seine Enkel schrieb: Wie kurz sind heute die Wege in die Welt, aber wie weit sind dabei die Wege zu den Mitmenschen geworden.
Auch die Predigt war anders als gewohnt. Statt einer klassischen Ansprache erzählten Dorfbewohner ihre ganz persönlichen Erlebnisse mit Engeln. Diese authentischen Geschichten regten zum Nachdenken an und ließen die Besucher spüren, wie nah uns manchmal das Himmlische sein kann. 
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer nicht nur die Kommunion und das Friedenslicht, sondern auch einen handgefertigten Engel, der sie an die Botschaft des Abends erinnern sollte: „Sei du der Welt so gut du kannst ein Engel, dann wird sie dir, trotz aller Mängel, so gut sie kann ein Himmel sein.“
Die über 200 Stühle reichten auch dieses Mal nicht aus, so groß war der Andrang. Tief bewegt und mit einem Gefühl von Frieden und Gemeinschaft machten sich die Besucher schließlich auf den mittlerweile dunklen Heimweg, wo sicherlich im kleinen oder etwas größeren Familienkreis die besinnliche Weihnacht fortgesetzt wurde.
Ein herzliches „Vergelt's Gott“ gilt allen, die auf die eine oder andere Weise zum Gelingen dieser besonderen Feier beigetragen haben. Denkt immer daran, die Kirche ist kein Haus oder sonst ein Gebäude, sondern die Kirche sind wir und umso mehr wir uns, jeder nach seinen Möglichkeiten, einbringen wird die Kirche zur lebendigen Institution.