Abschied von Pfarrer Ostertag: Ein Gottesdienst der Spuren hinterlässt

03.08.2025 |

Text und Bilder von Doris Dehmel
 
 
Gemeinsam mit den Gläubigen der Seelsorgeeinheit Laufenburg Albbruck feierte  Pfarrer Philipp Ostertag in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Josef in Albbruck seinen Abschiedsgottesdienst. Die Kirchenchöre aus den verschiedenen Pfarreien und ein Streicherquintett sorgten mit der Gounod-Messe Nr. 7 für die festliche Stimmung. Diese allerdings war durch den Weggang des geliebten Seelsorgers immer wieder spürbar getrübt. 60 Ministranten waren dabei als Philipp Ostertag letztmals in die Albbrucker Kirche einzog begleitet von Pfarrer Basil Elekwachi und den derzeit während seiner Sommereise in Albbruck weilenden Pater Aidan, Diakon Wathek Matti und Gemeindereferentin Sabine Gerteis.
Heiterkeit und Humor zeichnen den scheidenden Pfarrer ebenso aus wie sein Bemühen mit den Menschen in den verschiedensten Lebenslagen in Kontakt zu kommen und auf sie zuzugehen. Er bevorzugte es bis zum letzten Tag während seiner Predigten mit den Pfarrangehörigen in  Blickkontakt zu kommen und bat um Fürsprache für das Zusammenwachsen der Pfarrgemeinden.

 „Kommen und Gehen bestimmen das Leben“, versicherte Bürgermeister Stefan Kaiser, der als „Beppone“ seinem zu einem Freund gewordenen „Don Camillo“ für die vergangenen fünf Jahre dankte. Gerade in Zeiten verloren gehender Stabilität hätte man sich gewünscht, das Philipp Ostertag seine Aufgabe in der Seelsorgeeinheit  weitere Jahre hätte ausführen können. „Andere haben gegen unseren gemeinsamen Wunsch entschieden“, so Stefan Kaiser. Er werde die immer wieder stattgefundenen Treffen für Gespräche über Gott und die Welt sehr vermissen. Kaiser dankte dem scheidenden Seelsorger für seine Offenheit und das Engagement für die  Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Zu einem ersten Wiedersehen wird es am 21. September in Schachen kommen zur Einweihung der sanierten Halle und der neue Feuerwehrfahrzeuge.
Für den Pfarrgemeinderat und das Pastoralteam übermittelte Günther Schulz „den Dank für Alles, was du anders gemacht hast. Als Hochwürden hast du keine Barrieren aufgebaut, sondern neuen Stil in die Pfarrei gebracht“. Die Heiterkeit mit seinem ansteckenden Lachen sei allgemein geschätzt worden und habe dazu geführt, dass die Zeit einfach schön war. Neben vielen Präsenten mit Spezialitäten aus der Gegend, gab es mit dem Geigensolo von Natalie Effinger, einer Drittklässlerin aus der Albbrucker Schule, in der der Philipp Ostertag auch als Religionslehrer tätig war, ein besonderes Geschenk. Lektoren brachten ihren Dank in gereimter Form zum Ausdruck und bedauerten ebenso wie die Ministranten den Weggang mit so mancher Träne. Wie ein neuer Film, der nach dem Start im September 2020 gestartet und zweimal verlängert wurde betrachtete Bernhard Gantert vom Gemeindeteam die letzten fünf Jahre. Für sie hatte Philipp Ostertag das Drehbuch geschrieben und Regie geführt.
Am Ende des Gottesdienstes der exakt mit dem Glockenschlag und dem gemeinsam gebeteten „Engel des Herrn“ endete, nutzten viele Gläubige während dem vom Blasorchester Albbruck musikalisch umrahmten Umtrunk zum persönlichen Abschied von Pfarrer Philipp Ostertag.