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Es war ein ganz besonderer Tag, der in die Geschichte der Pfarrgemeinde Birndorf eingehen wird: Das Pontifikalamt an Christi Himmelfahrt mit Weihbischof Rainer Klug zum 100-jährigen Bestehen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Birndorf. Es war aber kein Festgottesdienst wie jeder andere, denn die Frauen hatten sich zu ihrem Jubiläum etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie wollten sich nicht beschenken lassen, sondern machten der Pfarrgemeinde selbst ein seltenes Geschenk, indem sie eine Glocke stifteten. Die 160 Kg schwere Glocke aus der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe optimiert als sechste Glocke das Geläute im Birndorfer Kirchturm. Die Weihe dieser St. Anna-Glocke durch Weihbischof Klug gab dann auch dem Gottesdienst eine ganz außergewöhnliche Note. Aber auch das Wirken der Frauengemeinschaft in der Gemeinde wurde gebührend gewürdigt, schließlich kann sich Birndorf stolz und glücklich schätzen, dass sich in dieser Gemeinschaft so viele, auch junge Frauen engagieren – in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. "Zu einem modernen Dorf gehört eine moderne Frauengemeinschaft, in der ihre Mitglieder ihre reiche menschliche und berufliche Erfahrung einbringen", brachte Weihbischof Klug die Bedeutung der Frauengemeinschaft für Birndorf auf den Punkt.
Ein ganz besonderer Tag für Birndorf
Pfarrer Klaus Fietz betonte schon bei der Begrüßung, dass „wir alle stolz sein dürfen auf diesen Festtag“, an dem deutlich werde, dass viele Frauen in diesen 100 Jahren ihr Engagement, ihre Arbeit, ihre Ausdauer, ihre Visionen und Träume miteinander geteilt und diesen langen Zeitabschnitt in der Pfarrgemeinde mitgeprägt haben. „Wir erinnern uns dankbar an alle Frauen, die uns vorausgegangen sind. Wir erinnern uns an schöne und traurige Momente, an die Erfolge und auch an manche Schwierigkeiten. Denn das alles gehört zu uns, ist Teil unseres gemeinsamen Lebens“, so Pfarrer Fietz. Und den Blick in die Zukunft gewandt, baten alle gemeinsam Gott um Mut und Stärke, um Kreativität und Fantasie, um die Aufgaben der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft annehmen und gestalten zu können.
Die Glocke, die in diesem Gottesdienst geweiht wurde, solle gerade in der heutigen Zeit ein Zeichen setzen, sich für diese Werte einzusetzen. Sie werde die Gläubigen zum Gebet rufen und sie werde zum Lob und Jubel Gottes erklingen, im Gedenken an alle Mütter und Frauen, die sich für die Gemeinschaft eingesetzt haben und einsetzen werden, rief Pfarrer Fietz den Gläubigen in der vollbesetzten Basilika zu.
Weihbischof Klug bettete seinen Dank an die Frauen in seiner gewinnenden Art ein in die Botschaft des Festes Christi Himmelfahrt. Himmelfahrt heiße nicht, dass Jesus einfach entschwebt ist, einfach weg ist. Christus sei mitten unter uns, in der „Gemeinschaft im Lichte Gottes, zu der wir alle dazugehören“. Das dürfe uns froh machen. Rainer Klug beglückwünschte die Frauengemeinschaft zu dem wunderbaren Gedanken, ihr Jubiläum mit der Glockenspende unvergesslich zu machen. Sie sei eine Investition in die Zukunft des Glaubens, denn sie verkünde mit jedem Glockenschlag die Botschaft Jesu Christi. Der Weihbischof ermutigte auch dazu, neue Wege zu suchen, weil die Welt sich verändere. Er wünschte Kraft und Zuversicht, in einer Zeit, in der die Not in den Herzen größer geworden ist, einen guten Weg zu finden. Einen Weg, der das Leben sinnvoll und schön macht und Freude bereitet. Denn „Freude ist ansteckend“, ermunterte der Weihbischof.
Pfarrgemeinderat Felix Lauber stellte die rhetorische Frage, „ was wären wir ohne Frauen – was wäre die Kirche ohne Frauen“. Der Pfarrgemeinderat blicke mit großer Dankbarkeit und Respekt auf das Wirken und Handeln dieser großen Gemeinschaft. Besonders hervorzuheben seien die Solidarität, das Programm, die unterstützten vielfältigen caritativen Projekte. Wie ein roter Faden ziehe sich ein überdurchschnittliches Angebot durch das Jahr. „Haltet an diesem Kurs fest, belebt eure Arbeit weiter mit Spiritualität und dem richtigen Geist. So wird euer Werke nicht gewöhnlich, sondern es bleibt außergewöhnlich“, konstatierte Felix Lauber.
Pfarrgemeinderätin Bernadette Weiss dankte den Frauen für das besondere Geschenk, die „kleine e“-Glocke, wie sie von den Fachleuten liebevoll genannt werde. Deren hoher, zarter Klang werde immer wieder an diesen Festgottesdienst und das Jubiläum erinnern und ganz besonders an das Wirken der Gemeinschaft in den 100 Jahren. Es sei ein stolzer Betrag, den die Frauen in die neue Glocke investiert haben. Aber nach so vielen guten Taten für Bedürftige, habe auch diese Spende in Höhe von 8000 Euro ihre Berechtigung. Denn die Glocke habe einen bleibenden Wert und verkörpere somit den Charakter der Frauengemeinschaft, so Bernadette Weiss.
Monika Eckert für das Dekanat und Birgit Widmer für den Diözesanverband der Kfd dankten ebenfalls für das beispielhafte Wirken. Die Vorsitzende der Frauengemeinschaft Birndorf, Beate Höfler, dankte zum Schluss allen Mitwirkenden „an diesem wunderschönen Gottesdienst“, der Firma Eckert aus Buch für den Transport und die Lagerung der Glocke und auch den Männern, dass sie Verständnis für das Engagement ihrer Frauen aufbringen. Kfd heißen eben auch oft „keine Frau daheim“.
Der Musikverein Birndorf hatte die Geistlichen und die vielen Ministranten zum Gotteshaus geleitet und zum Apéro ein Platzkonzert gegeben. Der Kirchenchor Birndorf unter Leitung von Melanie Bächle begeisterte einmal mehr mit Teilen aus der Messe von Gregor Linßen „Tausend Jahre wie ein Tag“.
Peter Meister






