Chronik der Pfarrei Hl. Kreuz Birndorf
Im Jahre 814 wird „Biridorf" zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Für diese Zeit wird schon die Existenz einer Holzkirche angenommen, die dann 874 durch eine St. Gallener Urkunde zweifelsfrei belegt ist. Damit ist Birndorf eines der ältesten Kirchdörfer des Hotzenwaldes. Früh besaßen die Benediktinerklöster St. Gallen, Rheinau und Königsfelden, sowie die Johanniter von Leuggern Güter im Raum Albbruck. Auch das Kloster St. Blasien trieb die Rodungen des „Zwing und Bann" immer weiter nach Süden vor. Das Adelsgeschlecht derer von Klingen hatte ebenfalls Besitzungen in Birndorf, die diese 1264 den Deutschordensrittern von Beuggen schenkten, welche sie 1271 an St. Blasien weiter verkauften.

Der Zusammenschluss von acht selbständigen, sich selbst verwaltenden Körperschaften von je 12 bis 15 Dörfern, ergab 1330 die „Hauensteiner Einung". Diese war für die Stärkung der Machtposition der Habsburger gegen die Franzosen enorm wichtig. Auf Grund der kriegerischen Verdienste wurde den Bauern der Grafschaft Hauenstein vom Hause Habsburg einige Vorrechte gewährt. Diese Rechte stellten ein großes Privileg dar und waren einmalig in Süddeutschland.
Birndorf war der Sitz der „Einungsmeister". Im Spätmittelalter wurden die Dörfer um Albbruck häufig durch militärische Übergriffe der sich von Habsburg lösenden Eidgenossen bedroht. 1468 wurden die Schweizer jedoch im Belagerungskrieg gegen Waldshut durch die Soldaten aus der Grafschaft Hauenstein, welches Mitglied der Einung Hochsal war, zurück geschlagen.
1686 drohte ein Ortsbrand Birndorf zu vernichten. Durch das Abreißen einer Holzbrücke zwischen dem Pfarrhaus und der Kirche konnte das Gotteshaus und das Oberdorf gerettet werden. Zum Dank für die Verschonung durch das Feuer ließ der damalige Pfarrer Jakob Burckhardt 1691 eins steinernes Kreuz neben dem Kirchengebäude errichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Gemeinde Birndorf zum Zentrum der Salpeterbewegung, die sich formierte, als das Kloster St. Blasien, das hier die Niedriggerichtsbarkeit ausübte, die Rechtsform seiner leibeigenen Gottesleute auf die Einung Hauenstein auszudehnen versuchte. Dabei kam es zu schweren Ausschreitungen, den sogenannten „Salpetererunruhen", die sich gegen staatliche, aber auch kirchliche Autorität wendeten und bis ins 19. Jh. Fort dauerten.
Quelle: Birndorf, Peda-Kunstführer Nr. 026.1/90