Diamantenes Priesterjubiläum von Pfarrer Günter Hirt fröhlich gefeiert

19.06.2024 |


In einem feierlichen und erhebenden Gottesdienst feierte die Seelsorgeeinheit am Sonntag (16.06.2024) das Diamantene Priesterjubiläum von Pfarrer Günter Hirt. „Ohne die Hilfe Gottes geht gar nichts“, reagierte Pfarrer Hirt in seiner Predigt auf die Glückwünsche und Komplimente für seine Lebensleistung.“ Und wo Menschen zusammen mit Projekten Erfolg haben wollen, ginge es nur mit der Sprache des Herzens. Pfarrer Hirt bat um Spenden für den dritten Lebenshaus-Abschnitt, eine Bildungsstätte mit Schulungsräumen. "Wir wollen den Kindern eine Heimat, ein Zuhause geben, damit sie sich zu Persönlichkeiten  entwickeln".

Der Gottesdienst in der Kirche St. Martin in Luttingen wurde mitzelebriert von den Pfarrern Klaus Fietz, Philipp Ostertag und Basil Elekwachi und Diakon Wathek Matti. Schwester Maria, die Leiterin des Lebenshauses, bereicherte mit Trommeln und Gesang die Feier. Der Kirchenchor St. Martin gab unter der Leitung von Sebastian Neumann mit der Messe bréve von Léo Delibes mit den Bläsern  vom Verbandsjugendorchester Hochrhein Mika und Jukka Müller (Trompete) Karina Wehrle (Horn) und Uwe Strittmatter (Euphonium) der Feier ein besonderes Gepräge. Peter Fräßle wirkte an der Orgel mit.
Anschließend versammelte sich die Gottesdienstgemeinde in der Pfarrscheuer zu angeregten Gesprächen.
Im Namen des Freundeskreises Lebenshaus begrüßte Peter Meister die feierliche Gemeinde und würdigte das Leben und Wirken von Pfarrer Günter Hirt. Über allem stehe, dass es ohne den unermüdlichen Einsatz von Pfarrer Hirt das Lebenshaus, eine Zufluchtsstätte für Kinder im Busch in Uganda, nicht gäbe.
Die Konzeption, das Geld und der Bau, bei all dem war Pfarrer Hirt die treibende Kraft. Seit Bestehen des Hauses, das 2010 nach vielen Widrigkeiten und Hindernissen endlich realisiert werden konnte, wurden dort viele hundert Kinder versorgt und aufgepäppelt, die ohne das Lebenshaus keine Lebensperspektive gehabt hätten, betonte Meister.
Doch es ging nicht nur um akute Nothilfe beim Lebenshaus. Vielmehr wurde durch eine Stromversorgung mit Photovoltaik und das Bohren eine Tiefbrunnens die Voraussetzung geschaffen, dass die Ärmsten der Armen in der Region von der Einrichtung nachhaltig profitieren.
„Seit ich im September 2023 dabei sein durfte als Pfarrer Hirt in Kiel das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, weiß ich dass das Lebenswerk von Hirt viel weiter reicht“, lobte Meister die Vielseitigkeit von Günter Hirt.
Dank eines von Pfarrer Hirt initiierten Stiftungsfonds bei Missio in Aachen und dem Einsatz und der Spendenbereitschaft vieler Menschen, auch aus unserer Seelsorgeeinheit, steht das Lebenswerk mittlerweile auf wirtschaftlich stabilen Füßen, obwohl es nach wie vor ohne Spenden nicht geht.
Pfarrer Hirt sei ein ausgezeichneter Botschafter der aktiven Nächstenliebe. Sein Engagement zeige, was möglich wird, wenn Menschen sich vernetzen. Und vielleicht sei es gerade seine Bescheidenheit in seinem Auftreten, die immer wieder Menschen aufs Neue dazu bewogen hat ihn in seinen Zielen zu unterstützen.
Der Vorbildcharakter werde auch von offizieller Seite in Uganda gesehen. 2017 zeichnete der Distrikt Kalungu das Lebenshaus als beste Einrichtung für Kinderpflege und Jugendschutz aus. Und das Sozialministerium von Uganda würdigte es als beste Einrichtung des Landes.
Schon bevor er mit Lebenshaus begann, hatte sich Pfarrer Hirt in Uganda beim Bau eines Krankenhauses und der Umstrukturierung einer Berufsschule engagiert.
Günter Hirt, in Pforzheim geboren, stammt aus einer frommen fünfköpfigen Familie, die Mutter ursprünglich evangelisch, der Vater katholisch. Ein Grund, warum ihm auch heute die Ökumene sehr am Herzen liegt. Bei einer Pilgerfahrt mit seinem älteren und inzwischen verstorbenen Bruder, der auch Pfarrer war, verspürte er als Zwölfjähriger den Ruf Priester zu werden.
Nach dem Studium in Freiburg und Würzburg war er zunächst als Religionslehrer tätig, leitete dann eine Landpfarrei in Mittelbaden und später ein Vierteljahrhundert lang eine Großpfarrei in Waghäusel-Wiesental, wo er seit einigen Monaten wieder wohnt und wo seine langjährige Haushälterin Anneliese Gentner für ihn sorgt.
In früheren Jahren war Pfarrer Hirt für ein Projekt seiner damaligen Pfarrei unter lebensgefährlichen Bedingungen in Peru und zu Zeiten des Nordirlandkonflikt auch dort mitten im Geschehen.
Dennoch, ist es nicht so, dass sich Pfarrer Hirt diese Aufgaben gesucht hätte. Vielmehr war es wohl Fügung, dass er sie übernahm. Oder, wie er einmal sagte, „der Himmel hat mich immer geleitet. Ich brauchte nur zu hören und zu folgen. Der Herrgott hat mich gelockt und ich bin gefolgt“.
2005 hat sich Günter Hirt wegen seiner chronischen Bronchitis mit 67 Jahren pensionieren lassen und zog an die Nordsee, wo er viele Freunde fand. Aktiv wie eh und je engagierte er sich in der Jugendarbeit und in naheliegenden Gemeinden in vielfältiger Weise. Vor seinen dortigen Freunden wird er gerne liebevoll Nordfriesenpapst genannt. Unserer Seelsorgeeinheit hat Günter in den 13 Jahren Amtszeit von Pfarrer Fietz immer wieder als Seelsorger ausgeholfen, einmal sogar über mehrere Monate. Dafür sind wir sehr dankbar.
Bei allem was Günter Hirt aufgebaut hat, war ihm Nachhaltigkeit wichtig. Deshalb hat er inzwischen die Verantwortung in andere Hände abgegeben. Auch das ist ihm gelungen, weil er immer Menschen fand, die ihn unterstützten. So wäre die segensreiche Entwicklung des Lebenshauses nicht möglich gewesen ohne Schwester Maria, die das Lebenshaues mit ihrer Hingabe und Weisheit leitet. Schwester Maria konnte im Januar dieses Jahres ihr „Ewiges Gelübde“ ablegen.
Und seiner Überzeugungskraft ist es auch zu verdanken, dass sich viele Unterstützer aus unserer Seelsorgeeinheit für das Lebenshaus gefunden hatten, die unserem Freund Günter heute ganz herzlich zu seinem Jubiläum gratulieren und ihm danken für sein Wirken, erklärte Peter Meister.